WEEK 2
22.09.26
6
@
28
Sofi Stadium
Los Angeles,Kalifornien

Adams-Show bei der Donald-Rückkehr

In der Nacht auf Dienstag setzten sich die LA Rams eindrucksvoll gegen die New York Giants durch. Beim Debüt der neuen gelben Alternativuniformen glänzten WR Davante Adams sowie QB Matthew Stafford und auch die Defense von Koordinator Chris Shula zeigte sich klar verbessert.

Spielverlauf

Die Rams gewannen den Coin Toss und entschieden sich für Ballbesitz nach der Halbzeit. Damit startete die Giants Offense an der eigenen 30 Yard-Linie. Nach einigen kurzen Spielzügen reichte es zwar für zwei First Downs, jedoch fand man sich dann kurz hinter der Mittellinie im dritten Versuch wieder. Hier fand Quarterback Jaxson Dart keinen Passempfänger und steckte zusätzlich noch Treffer sowohl von Byron Young als auch Josiah Stewart ein. Dabei überdehnte sich Darts Knie nach innen und er kehrte nicht mehr aufs Feld zurück. Mittlerweile ist die Rede von einer glimpflichen Verletzung für den jungen Spielmacher aus New York. Dem anschließenden Giants-Punt folgte ein 3-and-Out der Rams Offense im ersten Drive des Abends für Stafford und Co.
Aufgrund der Dart-Verletzung stand im Anschluss QB Jameis Winston hinter der O-Line der Giants. Dieser konnte in seinen ersten Plays dabei zusehen, wie Cam Skattebo auf dem Boden ein neues First Down erreichte. Generell war aber spätestens an diesem Punkt Mitte des ersten Viertels die Gefahr für die Rams Defense schon wesentlich geringer. Winston komplettierte noch einen kurzen Pass, bevor sich beide Seiten die ersten Strafen des Spiels leisteten. New York beendete den Drive wie schon zuvor an der 43-Yard-Line der Rams und es kam zum zweiten Punt durch Jordan Stout.

Jetzt nahm Matthew Stafford an Fahrt auf: Nach einem kurzen Ball auf TE Terrance Ferguson fand er kurz darauf Davante Adams für dessen ersten Catch. Dieser 19 Yard-Pass machte den Anfang für einen Monsterabend von Nummer 9 und Nummer 17 in den neuen gelben "Classic Sol"-Jerseys der Rams. Blake Corum hatte nun einen guten Lauf über 16 Yards, bevor Stafford wieder seinen "Go-To-Guy" Adams fand. Der Quarterback legte einen Pass über die Mitte schön über die Linebacker, Adams stieg hoch für den Fang und trug den Ball anschließend unberührt in die Endzone. Harrison Mevis verwandelte den Extrapunkt zum 7-0 am Ende des ersten Viertels.
Im Gegenzug konnten die Giants das Leder nicht wirklich bewegen und punteten erneut. Während dieser kurzen Serie verletzte sich Giants WR Malik Nabers, der bisher beste Passempfänger des Teams von John Harbaugh, an der Schulter. Später kehrte er zurück, hatte aber an diesem Abend keinen weiteren Einfluss auf das Spielgeschehen.
Kaum war die Offensive von Sean McVay wieder auf dem Feld, sorgte eine Holding-Strafe gegen WR Konata Mumpfield für ein 1st&20 tief in der eigenen Hälfte. Zwei Pässe zu den bereits genannten Adams und Ferguson brachten die Rams im dritten Versuch an die eigene 22. Nun suchte Matthew Stafford erneut Davante Adams tief über die rechte Seite - und fand ihn perfekt im Lauf. Der Starreceiver lief noch bis in die Redzone und übertraf im Zuge dessen die 100-Yard-Marke schon früh im zweiten Quarter. Im Anschluss war es RB Kyren Williams erst am Boden, dann mit einem Catch aus dem Backfield, der die Rams erneut nah an und dann in die Endzone brachte und den Spielstand auf 14-0 stellte.

Es folgte die schlampigste Sequenz des Spiels: Jameis Winston fand seine Komfortzone und bewegte den Ball gut, unter Anderem zu WR Darnell Mooney mit einem 33 Yard-Pass. Nachdem die Giants den Ball allerdings erstmals in die Redzone bewegten, zeigte Winston auch seine andere, sehr bekannte Seite. Bei einem dritten Versuch unterwarf er einen Pass in Richtung Nabers, der gut von Rams CB Trent McDuffie gedeckt war - eben dieser fing dann auch den Ball: Interception! Mit einer Führung von 14 Punkten im Rücken gelang es allerdings den Gastgebern nicht, den Vorsprung auszubauen. Direkt beim zweiten Snap zurück auf dem Feld erzwang Stafford einen tiefen Wurf auf Davante Adams, der in Doppeldeckung keine Chance auf den Ball hatte. Stattdessen war es Giants-Safety Jevon Holland, der das Play super las und gegen den Rams-Star den Pass aus der Luft pflückte.
Im anschließenden Drive der "Big Blue" machte der junge Passrusher Wesley Bailey den ersten Sack seiner noch jungen Karriere, als er Right Tackle Jermaine Eluemunor überwand und Jameis Winston den Scramble verwehrte. Die erneute starke Defensivleistung der Rams forcierte den nächsten Punt.

Das waren aber für die Footballgötter noch nicht genug Wechsel im Ballbesitz: Direkt im ersten Play verlor Kyren Williams den Football. Erneut war es Safety Jevon Holland, der den Ball herausschlug und auch noch selbst eroberte. Somit fanden sich die Giants mit herunterlaufender Uhr schon in der Redzone wieder. Hier entschied man sich ausschließlich für Laufspielzüge, um die Zeit zu kontrollieren und den Rams nicht nochmal eine Chance auf Punkte zu gönnen. Beim entscheidenden 3rd Down zeigte sich dann erstmals deutlich die Präsenz des zurückgekehrten Aaron Donald. Er schlug den Block von TE Isaiah Likely und stoppte Runningback Najee Harris für einen Verlust von einigen Yards. Somit reichte es für die Giants aus aussichtsreicher Feldposition nur für ein Field Goal zum 3-14. Mit 25 verbleibenden Sekunden vor der Pause bewegten die Rams nochmal gut den Ball durch Kyren Williams sowie erneut über die Stafford-Adams Connection. So gelangte man bis an die 25 der Giants, wo Kicker Harrison Mevis sein erstes Fieldgoal der Saison versuchte - leider verfehlte er die gelben Stangen auf der linken Seite. Wie die erste Halbzeit startete, so kamen beide Teams auch aus der Kabine. Ethan Evans und Jordan Stout punteten jeweils einmal, bevor die Rams das Leder wieder bekamen und diesmal bewegten. Von der eigenen 14 bespielte man die Giants-Defensive mit einer guten Kombination aus Läufen von Kyren Williams und Pässen zu Davante Adams und Terrance Ferguson. Einzig ein Sack über die linke Seite für Abdul Carter bremste die LA-Offense kurz aus. In der gegnerischen Redzone fand Stafford dann erneut Adams, der im direkten Duell nur Rookie Colton Hood zu schlagen hatte - ein Leichtes für den langjährigen Topstar. Kicker Mevis rehabilitierte sich mit dem guten Extrapunkt zum 21-3 für die Gastgeber. Im folgenden Kickoff folgte eine unnötige Strafe gegen Rams Special Teamer Tanner Ingle, somit startete Jameis Winston schon an der Mittellinie. Von dort fand er Darnell Mooney für 15 Yards, bevor ein Sack durch Linebacker Byron Young den Fortschritt der Gäste stoppte. New Yorks Kicker Dominic Zvada verwandelte sein zweites Field Goal aus 52 Yards: 6-21. Nach erneuten Punts auf beiden Seiten war die McVay-Offense noch einmal erfolgreich. In einem Drive mit 9 Plays bewegten Williams und Corum sowie die Tight Ends Ferguson und Parkinson das Leder an die 5 Yard Line der Giants, von wo aus Stafford Terrance Ferguson einen Touchdown über die Mitte servierte. Nach dem getroffenen Extrapunkt war der Punktestand von 6-28 zugunsten der Rams final.

Was lief gut?

In der Preview hatte ich drei Matchups herausgestellt: Erstens die Laufverteidigung der Rams gegen Skattebo und Dart. Hier gewann man klar das Duell, allerdings auch begünstigt durch den frühen Ausfall des jungen QBs. Skattebo wurde mit 36 Yards gar kein Faktor. Zweitens Davante Adams gegen die Giants DBs: Mit 9 Catches für 195 Yards und 2 Scores präsentierte Adams, dass die Offense auch ohne Puka Nacua sehr produktiv sein kann. Das dritte Matchup war die Rams O-Line gegen den Giants Passrush. Hier ließ man nur einen Sack spät im Spiel zu und verschaffte Stafford sehr oft Zeit in einer sauberen Pocket. Zusammenfassend war alles deutlich verbessert im Vergleich zum Melbourne Game.

Was lief schlecht?

Auf Giants-Seite sind hier natürlich die Verletzungen zu nennen. Neben Dart verpassten auch WR Nabers und Edge Brian Burns Snaps in diesem Spiel. Ansonsten kann man aus Rams Sicht nur das verpasste Field Goal durch Mevis ankreiden.

Man of the Match

Den Titel kann nach dieser Performance nur Davante Adams davontragen.

Play of the game

Hier habe ich mich für den ersten Touchdown entschieden, wo Stafford den Ball wunderbar platziert und Adams im freien Raum anspielt.

Was ich nicht unerwähnt lassen will

Adams wurde 10-mal angeworfen, aber auf Platz zwei folgt ein Hingucker. Tight End Terrance Ferguson sammelte neun Targets, fing davon sechs für 56 Yards und einen Touchdown. Bei allen 3 weiteren Bällen in seine Richtung hatte er zumindest die Chance auf weitere Catches, die ihm als Motivation für Verbesserung dienen sollten. Ob sich der Trend mit ihm als TE1 fortsetzt, kann man im Auge behalten.

Fazit

Es zählte nur der Sieg, und was für ein beeindruckender war es! Die Offense zeigte sich viel sauberer, und hat dennoch die Turnover zum Ausbessern vor dem Broncos-Spiel nächsten Sonntag. Die Defense um den Rückkehrer Aaron Donald machte ein deutlich besseres Spiel und dominierte die Offense der Giants. Nun gilt es, auf dem ersten Saisonsieg aufzubauen und sich für das erwartete Topspiel in Denver bereit zu machen.