SUPER BOWL
14.02.22
@
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

WE DID IT. SUPER BOWL CHAMPS.

ALL IN - ALL GOOD. So oder so ähnlich könnte man auf das Motto der Rams diese Saison antworten. Der Plan, den sich Headcoach Sean McVay und General Manager Les Snead ausgedacht haben, hat funktioniert. Die Rams gewinnen in einem spannenden Super Bowl gegen die Bengals die heiß begehrte Vince Lombardi Trophy.

Spielverlauf

Erstes Quarter:
Da die Rams den Coin Toss verloren haben, eröffnete Matthew Stafford mit seiner Rams Offense das Spiel. Der erste Drive hielt allerdings nicht lange an. Nach einem 3&Out war bereits Schluss. Die Rams Defense sorgte aber nach einem 4th Down Stopp wieder dafür, dass Stafford und Co. den zweiten Drive erfolgreicher ausspielen durften. Cooper Kupp brachte mit einem 20 Yard Catch-and-Run die Rams in gute Position für einen Touchdown. Ein 17 Yard Touchdown Pass von Stafford auf Odell Beckham Junior sorgte für eine 7:0 Führung. (Die Rams hatten jetzt schon mehr Punkte als im Super Bowl 2019).
Ein 46 Yard Pass von Burrow auf Ja´Marr Chase, welcher er mit einer Hand fing, brachte die Bengals gegen Ende des ersten Viertels in die Lage, eine Antwort zu geben, doch am Ende reichte es nur zu einem Field Goal. Die Rams führten nachdem ersten Viertel 7:3.

Zweites Quarter:
Ein 35 Yard Pass auf OBJ und ein 25 Yard Pass auf Henderson brachten die Rams erneut in aussichtsreiche Position, den nächsten Touchdown des Spieles zu erzielen. Ein 11 Yard Pass von Stafford auf Offensive Player of the Year Gewinner Cooper Kupp bescherte den Rams erneut sechs Punkte. Der Extrapunkt Versuch ging leider schief, weil Punter Johnny Hekker den Hold für Kicker Matt Gay verpatzte. Die Rams führten dennoch mit 13:3. Der nachfolgende Bengals Drive dauerte rund 7 Minuten und wurde mit einem Trickspielzug erfolgreich zu einem Touchdown verwertet. Bengals Runningback Joe Mixon passte auf Wide Receiverr Tee Higgins und verkürzte die Rams Führung auf drei Punkte.
Die Rams versuchten auf den Bengals Touchdown zu antworten. Dabei verletzte sich dann aber OBJ am Knie und er war für den Rest des Spieles raus. Ein herber Verlust den die Rams Offense deutlich merkte und merklich Sand im Getriebe hinterließ. Vier Spielzüge später sorgte Stafford für die erste Interception des Spieles, als er einen tiefen Pass auf Van Jefferson anbringen wollte, welcher aber von Bengals Safety Jessie Bates III in der Endzone gefangen wurde. Ein sogenannter Armpunt, welcher nicht all zu dramatisch war da die Rams im nächsten Spielzug sowieso hätten punten müssen. Beide Teams schafften es nicht erneut zu Punkten und so gingen sie mit einer Führung der Rams 13:10 in die Halbzeit.

Drittes Quarter:
Die Bengals legten direkt fulminant los: Joe Burrow fand mit dem ersten Pass in Hälfte Zwei seinen Receiver Tee Higgins, welcher Jalen Ramsey aussteigen ließ und in die Endzone lief und somit die Führung der Bengals sicherte. Die Rams wollten direkt mit einem Touchdown antworten. Allerdings war die Defense der Bengals hellwach und der erste Pass vom QB Matthew Stafford wurde von Chidobie Awuzie interceptet. Stafford kann man bei der INT wenig vorwerfen, da sein Receiver Ben Skorownek den Ball unglücklich abfälschte. Den anschließenden Bengals Drive beendete Aaron Donald mit einem Sack bei 3&3, wodurch Cincinatti ein Field-Goal aus 38 Yards versenkte. Der nächste Ballbesitz der Rams endete ebenfalls mit einem Field-Goal, da der Trickspielzug bei 3&5, bei dem Cooper Kupp auf Matthew Stafford passen wollte, fehlschlug. Nach drei abwechselnden 3 and outs, endete das dritte Quarter.

Viertes Quarter
Das vierte Quarter war ebenfalls defensiv geprägt. Weder die Rams, noch die Bengals konnten den Ball anfangs bewegen, was in weiteren Punts resultierte. Die D-Line der Rams konnte verhindern, dass die Bengals den Ball konstant bewegen konnten, während die Rams Offensive kein Laufspiel aufziehen konnte und die Receiver zu wenig Separation für Stafford generierten. Die Zeit lief also gegen die Rams und als man bei 6:13 auf der Uhr an der eigenen 21 YD Line startete wusste das Team, dass sie mit dem Rücken gegen die Wand stehen und womöglich die letzte Chance bekommen, das Spiel zu drehen. Der Drive drohte bereits, nach den ersten drei Spielzügen zu Ende zu sein, da Cam Akers bei 3&1 für keinen Raumgewinn gestoppt wurde. Um den Drive am Leben zu halten, entschied sich McVay, den vierten Versuch auszuspielen. Anstatt stur durch die Mitte zu laufen, callte McVay einen End-Around durch Cooper Kupp, welcher den Rams sieben Yards einbrachte und somit zum First Down führte. Nach weiteren kurzen Pässen von Stafford folgte zwei Pässe auf Kupp für insgesamt 30 Yards und ein Lauf von Akers für acht, woraufhin sich die Rams bei erster und Goal wiederfanden. Nach zwei Incompletions von Stafford folgte eine Holding-Strafe von Cincinnati, wodurch die Rams ein neues First-Down erhielten, mit noch vier Yard zu gehen. Im nächsten Play fand Stafford erneut Cooper Kupp in der Endzone, allerdings wurde das Play durch Strafen auf beiden Seiten (Offensive Holding und unnecesary Roughness) negiert. CB Eli Apple sorgte im nächsten Play für eine weitere Flagge und die Rams hatten nur noch ein Yard zu gehen. Bei First Down erfolgte ein missglückter QB-Sneak von Stafford, anschließend fand dieser Cooper Kupp durch einen Endzone Fade, woraufhin die Rams zum ersten Mal in Halbzeit zwei in Führung gingen mit einer Minute und 25 Sekunden im vierten Quarter verbleibend. Die Bengals erhielten also noch einmal die Chance, das Spiel mit einem Field-Goal auszugleichen oder mit einem Touchdown zu gewinnen. Nach zwei Completions für 25 Yard sah es auch so aus, als ob die Bengals Offense auf einem guten Weg ist, einen Score zu erzielen. Bei 2&1 warf Burrow einen tiefen Pass auf Ja'Marr Chase, welcher allerdings ins Seitenaus ging. Anschließend versuchten die Bengals, bei 3&1, mit Samaje Perine durch die Mitte zu laufen, wurde aber von Donald und Gaines direkt an der Line of Scrimmage verhindert, wodurch die Bengals nur noch einen Versuch hatten, das Spiel zu drehen. Headcoach Zac Taylor entschied sich dazu, den Ball in die Hände von Joe Burrow zu geben, um mit einem kurzen Pass den nötigen Raumgewinn zu erzielen. Die Rams Defense war allerdings hellwach: Aaron Donald brachte fast im Alleingang die Pocket zum Kollabieren und konnte Burrow um ein Haar sacken, der allerdings den Ball noch los bekam. Durch den Pressure konnte Burrow den Ball allerdings nicht genau platzieren, Running Back Samaje Perine brachte den Ball nicht unter Kontrolle und nun war der ganzen Welt klar: Die Los Angeles Rams gewinnen den Super-Bowl! Ein Kneel-Down von Stafford beendete das Spiel.

Was lief gut?

Großer Gewinner des Abends war der Pass-Rush der Rams. Die Unit um Aaron Donald und Co dominierte die Line of Scrimmage und konnte das offensichtlichste Missmatch des Abends gut nutzen. Insgesamt 26 Pressures und sieben Sacks standen am Ende auf dem Konto der Rams, letzteres ist Super-Bowl Rekord. Aaron Donald konnte dem Spiel mit sieben Pressures und zwei Sacks seinen Stempel aufdrücken und machte am Ende das entscheidende Play, während Von Miller mit sechs Pressures und zwei Sacks ebenfalls einen Sahnetag erwischte. Mit seinen insgesamt 4.5 Sacks in Super Bowls, ist Von Miller, zusammen mit Charles Haley, Spitzenreiter.
Rookie Linebacker Ernest Jones hatte ebenfalls ein sehr gutes Spiel. Er wurde immer wieder als Blitzer aufgestellt und hatte am Ende vier Pressures und einen Sack auf seinem Konto. Auch in Coverage konnte er glänzen und ließ nur drei Receptions für insgesamt acht Yard zu.

Cooper Kupp hatte ebenfalls ein grandioses Spiel. Im entscheidenden Drive hatte er einige wichtige Plays und fing schlussendlich den Touchdown, wodurch er zum MVP gewählt wurde. Matthew Stafford hatte ebenfalls ein solides Spiel, die Turnover waren nicht seine Schuld und er führte die Rams wieder mit einem Game-Winng Drive zum Sieg, obwohl drei seiner vier Top-Targets verletzt waren. Die Offensive-Line konnte ihn sehr gut beschützen und lies, gegen eine starke D-Line der Bengals, nur fünf Pressures zu.

Ehrenvoll erwähnt werden müssen auf jeden Fall Brycen Hopkins und Darrell Henderson, welche im Passspiel 47 bzw. 43 Yard fingen und gezeigt haben, dass sie trotz ihrer Backup-Rolle wichtige Plays machen konnten.

Was lief schlecht?

Das Laufspiel um Akers, Henderson und Michel hat überhaupt nicht funktioniert. Insgesamt sammelten die Backs nur 30 Yards, da die meisten Läufe direkt an der D-Line gestoppt wurden. Teilschuld trifft hier auch McVay, da er immer wieder stur durch die Mitte laufen ließ, anstatt durch kreativere Calls, die starke Defensive Line der Bengals zu umgehen. Auch das Run-Blocking, gerade in der Interior O-Line, war nicht gut.

All-Pro CB Jalen Ramsey hatte einen gebrauchten Tag. Bei insgesamt 264 Passing Yards warf Burrow 160 Yard in seine Richtung. Fairerweise muss man hier sagen, dass der 75YD Touchdown von Higgins eine klare Offensiv-Pass Interference war, welche von den Schiedsrichtern übersehen wurde, trotzdem war Ramsey nicht auf dem hohen Niveau wie sonst und wurde immer wieder von Burrow getargeted.

Man of the Match

Es gibt hier einige Spieler, die die Auszeichnung verdient haben, aber der Game-Ball von Rams Germany e.V. geht an DT Aaron Donald. Er hat das Spiel in der zweiten Hälfte an sich gerissen und dominiert und zeigte wieder mal, dass er der beste Verteidiger der Liga ist. Insbesondere mit seinem Pressure im letzten Drive sorgte er für die Vorentscheidung und ist deshalb unser MVP.

Play of the Game

...ist der no-look Pass von Stafford auf Kupp, welcher einer der besten Würfe von Stafford in der Saison war und im Touchdown-Drive der Rams für entscheidende Yards sorgte.

Fazit

Die Rams sind Superbowl-Champions und haben ihre All-In Saison gekrönt! Die aggressive Vorgehensweise von Snead und Co. hat letztendlich Früchte getragen und den ganz großen Wurf gelandet. Das Spiel war nicht fehlerfrei und am Ende sorgten wenige Plays für die Entscheidung, sodass am Ende die Lombardi Trophy im heimischen SoFi Stadium an Owner Stan Kroenke überreicht wurde. Es geht nun für die Rams in eine spannende Off-Season, da einige wichtige Personalentscheidungen anstehen und das Team wenig Draft Kapital hat, aber dies soll unsere Freude über den gewonnenen Titel nicht schmälern.

In eigener Sache: Hiermit endet unsere Berichterstattung für die Saison 2021/22. Wir bedanken uns bei allen Leser*innen und freuen uns, nächste Saison wieder für euch in die Tasten zu hauen!