WEEK 5
07.10.21
26
@
17
Lumen Field
Seattle,Washington

Review: Rams @Seahawks

Nach einer kurzen Verschnaufpause gab es bei Thursday Night Football das „Duell der kaputten Finger“, denn sowohl Matthew Stafford als auch Russell Wilson zogen sich in diesem Spiel Verletzungen an ihrer Wurfhand zu. Während sich Stafford den Finger zum Glück nur leicht ausrenkte, musste Wilson das Spiel verlassen. Wilson wurde inzwischen operiert und wird aller Voraussicht nach 6-8 Wochen ausfallen.
Trotz guter Leistungen vom Backup-QB Geno Smith konnten sich die Rams durchsetzten und gewannen 26:17.

Spielverlauf

Das Spiel begann wie die letzten Spiele der Rams relativ langsam. Die ersten Punkte fielen erst im zweiten Quarter. Nach einer 7:3 Seahawks-Führung zu Beginn der zweiten Hälfte drehte sich das Momentum allerdings ganz klar zugunsten der Rams. In aufeinanderfolgenden Drives konnten Darrell Henderson über den Boden und Tyler Higbee durch die Luft Touchdowns erzielen.
Ein kurzer Moment der Hoffnung entstand für die Seahawks noch einmal, als Geno Smith einen langen 98 Yard Drive mit einem Touchdown auf DK Metcalf vollenden konnte. Kurz darauf erlief Sony Michel allerdings einen weiteren Touchdown und Smith wurde von Nick Scott intercepted. Danach war das Spiel mehr oder weniger vorbei.

Was lief gut?

Grundsätzlich gab es viele Standouts. Besonders hervorzuheben ist Robert Woods, der von seinen 14 Targets 12 Bälle für 150 Yards fangen konnte. Nach einem relativ ruhigen Start in die Saison beginnt Woods langsam auf das Produktionsniveau von seinem Kollegen Cooper Kupp anzuziehen.
Aber auch 2nd Year Player Van Jefferson muss gelobt werden. Der junge Receiver profiliert sich Woche um Woche mit sehr starkem „Route Running“, das dem Rest des extrem starken Rams Receiving Corps in nichts nachsteht.
Der grundsätzliche offensive Leitsatz des Abends hieß vermutlich: „Target Adams!“. Der bestbezahlteste Safety der Liga musste sowohl einen Touchdown auf Tyler Higbee als auch einen 68 Yard Deep Ball auf DeSean Jackson in Coverage zulassen, ohne bei einem seiner grundsätzlich gefürchteten Blitzes einen Sack zu produzieren.
Um bei Sacks zu bleiben. Die Rams O-Line hatte erneut einen guten Tag und ließ nur einen Sack zu. Weiterhin leisteten sie gute Arbeit im Run Game für Darell Henderson und Sony Michel, die sich inzwischen etwa bei 2/3 zu 1/3-Carry Split eingependelt haben.

Was schlecht lief

Einen negativen Eindruck hatte Stafford relativ früh mit seiner Interception in der Endzone gemacht. Diesen Ball hätte er besser hoch auf die Tribüne gezimmert. Stafford warf aus einem Bootleg, der zum Scramble wurde, leicht unter Druck hinten rechts in die Endzone, aber außer Hawks-Corner Diggs stand kein einziger Spieler auch nur in der selben Postleitzahl.
Und auch eine weitere Woche ohne Kritik an Raheem Morris' Defense bleibt nicht erspart. Ein 98 Yard Touchdown Drive von einem Backup-QB sollte einer Defense mit diesem Personal nicht unterlaufen.
Ein Teil dieser Schuld trifft Rookie CB Robert Rochell, der für den verletzten Darious Williams einspringen musste. Rochell hatte einige Fehler gemacht. Darunter eine äußerst kritische Pass Interference in dem angesprochenen TD Drive. Diese Fehler muss man dem Rookie allerdings ein bisschen nachsehen. Denn aufgrund der kurzen Woche bekam Rochell kaum bis keine „Live Practice Drills“, da er primär im Scout Team spielte. Mit dieser Information im Hinterkopf hat der junge Corner eigentlich ein echt gutes Spiel gemacht.

Man of the Match

WR Robert Woods, 12 Catches, 150 Yards

Play of the Game

Das Spiel des Games ist eigentlich nichts Besonderes. Es war einfach nur ein Sack von Aaron Donald. Etwas das Rams-Fans hoffentlich noch mehr als genug zu sehen bekommen.
Doch dieser Sack ist etwas ganz Besonderer. Denn es ist Aaron Donalds 88,5ter. Unter allen seit 1982 spielenden Spielern ist er nun All Time Sack Leader der Rams. Weshalb ist das Jahr 1982 wichtig? Erst seitdem werden QB-Tackles hinter der Line of Scrimmage nicht nur als TFL, sondern speziell als Sack verbucht. Ansonsten hätte Donald wahrscheinlich noch Deacon Jones, Merlin Olsen, Lamar Lundy und Roger Brown (das legendäre "Fearsome Foursome" aus den 60er/70er Jahren) vor sich und definitiv einen gewissen Jack Youngblood (1971-84), der nur drei Seasons lang Sacks gewertet bekam, aber inoffiziell auf 151.5 kommt.

Fazit

Nach der Niederlage gegen die Cardinals, war dieses Matchup unglaublich wichtig: Der Abstand in der Division durfte nicht größer werden.
Als Nächstes gehen die Rams in einen vermeintlich einfacheren Teil ihres Schedules. Die kommenden Gegner: Giants, Lions und Texans stehen kombiniert bei 2 und 13, was alles andere als gut ist. Danach steht das Matchup gegen die 49ers aus San Francisco an, ebenfalls eine Divisionskonkurrent.
Sollten die Rams mit Siegen aus diesen Partien heraus gehen, wären sowohl der Division Titel als auch der NFC Nr.1 Seed durchaus erreichbar.