WEEK 18
09.01.22
@
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

49ers @ Rams: Division Champs

Die Rams sind NFC West Division-Champions. Das ist das Ergebnis der regulären Saison 2021/2022. Über dem tollen Ergebnis liegt aber leider ein großer Schatten, denn das Rückspiel gegen die 49ers ging in der Overtime verloren und somit auch der 2nd Seed in der NFC. Die Rams haben nun das sechste Mal hintereinander gegen das Team aus Santa Clara nicht gewonnen. Trotzdem kann man als Fan des Teams stolz auf das sein, was die Rams erreicht haben, immerhin ist diese Division eine der, wenn nicht die, härteste Division in der NFL.

Spielverlauf

Zusammengefasst war die erste Halbzeit wirklich gut. Die Rams haben sehr überzeugend gespielt. Gestartet ist das Heimteam mit einem 43-Yard Fieldgoal von K Matt Gay. Die Rams nahmen derweil fast neun Minuten von der Uhr und marschierten 67 Yards nach vorne. QB Matthew Stafford war sicher in der Pocket und hatte sehr gute Würfe. Der Kick kam nach einem -10 Yard Sack von DE Arik Armstead. Die 49ers wollten dementsprechend antworten, aber die Defense der Rams war heiß und hielt QB Jimmy Garappolo mit seiner Offense bei nur 15 Yards. Das Ergebnis war ein Punt aus der eigenen Hälfte auf die Rams 30-Yard-Linie. Die Rams Offense wollte mehr als im Drive davor und bewegte sich 50 Yards das Feld herunter. Der Drive endete mit einem kurzen Zwei-Yard-Touchdownpass auf TE Tyler Higbee. Da die Rams in dem Drive erneut fast sieben Minuten von der Uhr nahmen, ging das erste Quarter bereits zu Ende. Am Beginn des zweiten Quarters war der Drive der Offense bereits nach drei Spielzügen wieder beendet, denn die Rams eröffneten den Drive mit einem -14 Yard Sack von DE A'Shawn Robinson. Es folgte ein weiterer kurzer Sack von LB Troy Reeder und die 49ers wurden mit einem Third and Long konfrontiert. Dem vergeblichen Versuch, dieses zu überbrücken, folgte der Punt. Returner Brandon Powell konnte diesen für 31 Yards in die gegnerische Hälfte zurück tragen. Im darauffolgenden Drive der Rams führte ein weiterer Touchdownpass aufr Tyler Higbee zum 17-0 Zwischenstand. Bei den 49ers lief noch gar nichts rund und S Taylor Rapp fing einen Pass von QB Jimmy Garoppolo ab, welcher für WR Travis Benjamin gedacht war. Der Pass wurde allerdings von DE A’Shawn Robinson vorher getippt. Die Rams hatten danach noch eine Possession, aus der sie aber nicht viel heraus holen konnten und anschließend punten mussten. Die 49ers schafften es noch vor der Pause drei Punkte durch ein Fieldgoal auf das Score Board zu bringen, bevor es in die Halbzeit ging. Die zweite Halbzeit war für die Rams Fans eine düstere Zeit.

Da die 49ers in der ersten Halbzeit das Angriffsrecht abgelehnt hatten, konnten sie die zweite Hälfte beginnen. Der erste Drive ging sieben Spielzüge für 75 Yards und einen Touchdown von QB Jimmy Garoppolo auf WR Deebo Samuel. Die Rams kriegten in ihrem Drive nicht viel auf die Kette, nach drei Spielzügen war ein Punt nötig, da beim dritten Versuch der Pass von QB Mathew Stafford auf WR Van Jefferson nicht ankam. Der Punt der Rams ging bis zur 26 Yard Linie der 49ers. Deren nächste Angriffsserie startete dort. Das Momentum lag nun auf Seiten der 49ers. Auch den nächsten Drive, der nur aus Run-Plays bestand, veredelten sie mit einem Touchdownpass von WR Deebo Samuel auf WR Jauan Jennings. Der Spielstand lag nun bei 17-17 und das Auswärtsteam war im Spiel zurück. Beim nachfolgenden Drive wollte Stafford mal wieder zu viel und warf eine Interception nach einem Sack und einer Incompletion. Der Pass sollte für WR Ben Skowronek sein, der aber in double Coverage gedeckt war. CB Emmanuel Moseley fing den Ball ab und versuchte noch Yards zu erlaufen, im Endeffekt wurde er aber als down by contact geruled. Der Drive der 49ers wurde danach auch nach drei Versuchen gestoppt, worauf das dritte Quarter endete. Das Heimteam startete mit einem Punt in das letzte Quarter nachdem QB Matthew Stafford gesackt wurde. Ein Pass von QB Jimmy Garappolo auf TE George Kittle wurde im Drive der 49ers von CB Jalen Ramsey spektakulär interceptet. Das Momentum wechselte langsam wieder auf die Seite der Rams, denn der anschliessende Drive endete nach neun Spielzügen in einen Touchdown durch einen kurzen Pass von QB Matthew Stafford auf WR Cooper Kupp. Die nächsten beiden Versuche der 49ers und Rams endeten in einen Punt worauf die 49ers mit einem Touchdown antworteten. Das Ergebnis lautete 24-24 am Ende des vierten Quarters: Overtime!
Die 49ers gewannen den Coin Toss und nahmen das Angriffsrecht. Dies ging ganze sieben Minuten für 79 Yards und 12 Spielzüge. Die Rams Defense konnte standhalten und es gab nur ein Field Goal der 49ers und damit noch einen Versuch für die Rams das Spiel zu gewinnen. Daraus wurde durch eine Interception von QB Matthew Stafford nichts, der einen tiefen Pass statt zu WR Odell Beckham Junior in die Hände von CB Ambry Thomas warf.

Was lief gut?

Das Receving Corps inklusive der Tight Ends sind Clutch. Über WR Cooper Kupp brauchen wir nicht groß reden. Vor allem TE Tyler Higbee war ein großer Impact in dem Spiel. Egal, über welchen Passempfänger man spricht, wenn QB Matthew Stafford mehr Zeit in der Pocket hat, bringt er noch mehr Bälle an und die Offense ist viel gefährlicher als sie sowie so schon ist.

Generell war die erste Halbzeit von der Offense und der Defense richtig gut. Die Defense hatte wichtige Stops und die Offense konnte Punkten. Mit 17:3 ging es dann in die Halbzeit und dann ging die Reise in die andere Richtung.

Was lief schlecht?

Die Offensive Line war in dem Spiel alles andere als gut. Laut PFF erlaubten OGs David Edwards und Austin Corbett zusammen 15 Pressures und insgesamt fünf Sacks. Auch das Run-Blocking war eher unterirdisch. Die Defensive Front der 49ers hielt die Runningbacks bei nur 1.7 Yards per Carry.
QB Matthew Stafford hat immer noch teilweise fragwürdige Entscheidungen Bälle los zu werden. Er geht seine Reads nicht richtig durch, was bei einem Quarterback seines Kalibers nicht gut ist. Natürlich kann man hier festhalten, dass er nicht viel Zeit in der Pocket hatte. Ein Beispiel ist die Interception bei dem Pass in Double Coverage auf WR Ben Skowronek. WR Van Jefferson war in der Mitte des Feldes komplett frei. Die Defense hatte teilweise wieder starke Aussetzer. Die Defensive Line hatte gegen die O-Line der 49ers keine große Schnitte. Im dritten Quarter callten die 49ers zehn Runplays und alle waren für großen Raumgewinn verantwortlich. Auch die Linebacker waren im Run Game keine große Hilfe. Troy Reeder wurde wieder gut rumgeschubst, aber Von Miller hatte einen wichtigen Sack. Safety Jordan Fuller hat sich leider verletzt und ist raus für die Saison, Terrell Burgess hat ihn ersetzt, konnte aber auch nicht viel ausrichten. Auch Nick Scott hat wieder nicht überzeugt.

Man of the Match

TE Tyler Higbee ist hier der Richtige. Er war zwar in der zweiten Hälfte recht ruhig, hatte aber alleine in der ersten Hälfte zwei wichtige Touchdowns für die Rams, ohne die das Spiel ganz anders ausgegangen wäre. Generell ist Higbee ein sehr wichtiger Baustein in der Rams Offense.

Fazit und Ausblick

Der Ausgang des Spiels und wie es dazu gekommen ist, hilft mal wieder nicht dabei, eine Steigerung der Leistung zu erkennen. Ab jetzt zählt es und wir sind in den Payoffs. Fehler darf sich kein Team erlauben und die Rams haben leider derzeit eine Tendenz dazu, Fehler zu machen. Mit dem Talent des Teams sollte ein Super Bowl Run drin sein, aber die Fehler die passieren, führen dazu, dass sich keine so große Euphorie einstellen möchte. Und das ist schade. Man kann nur hoffen das HC Sean McVay noch mal alle im Team fokussiert und dass die groben Fehler abgestellt werden können. Die Rams benötigen für die restlichen Spiele zum Heim-Superbowl alle hellwach.