WEEK 17
02.01.22
@
M&T Bank Stadium
Baltimore,Maryland

Die Sternstunde der Neuzugänge: Recap Rams @ Ravens

Es war mal wieder ein turbulenter Abend für alle Rams-Fans. In einer wilden Achterbahnfahrt, welche sowohl grandiose Big-Plays, als auch haarsträubende Turnover enthielt, konnte man schlussendlich mit einem denkbar knappen 20:19 Sieg zurück nach Los Angeles fliegen. Das Spiel hat zwar gezeigt, dass das Team Moral beweisen und Rückstände aufholen kann, allerdings wurden wieder Fehler gemacht, welche in den Playoffs nicht passieren dürfen. Nachdem die Cardinals ihr Matchup ebenfalls gewonnen hatten, wurde zwar die NFC-West noch nicht gewonnen, allerdings befinden sich die Rams nun auf dem zweiten Seed der NFC, welcher das Heimrecht in zumindest zwei Playoff-Partien garantieren würde.

Spielverlauf

Erste Halbzeit: Nach dem gewonnenen Coin Toss entschieden sich die Rams, den Ball erst in den zweiten Halbzeit erhalten zu wollen, wodurch die Ravens-Offense den ersten Drive des Spiels erhielt. Die Rams Defense konnte dem Spiel direkt einen Stempel aufdrücken: Bereits nach sieben Plays wurde die Ravens-Offense wieder vom Feld geschickt, nachdem Aaron Donald mit einem Tackle for Loss bei 3rd&3 den Drive beendet hatte. Die Rams-Offense konnte aber ebenfalls nicht punkten, da nach 11 Plays für 58 Yards Matt Gay das FG aus 56 Yards leider nicht verwandeln konnte. Nach einem Three and Out der Ravens sorgte deren Defense für die ersten Punkte des Spiels. Bei 3rd&2 verfehlte Stafford Tight End Tyler Higbee auf einer kurzen Route und warf direkt in die Arme von Ravens Safety Chuck Clark. Dieser konnte den Ball unberührt in die Endzone zurücktragen, wodurch die Heimmannschaft mit 0:7 in Führung ging. Im darauffolgenden Ballbesitz warf Stafford die nächste Interception. Bei 3&10 warf er einen tiefen Pass auf Beckham Jr., welcher abermals von Chuck Clark abgefangen wurde. Doppelt ärgerlich, da Van Jefferson underneath weit offen für ein neues First Down war. Die Ravens konnten anschließend übers Feld marschieren, aber den Ball nicht in die Endzone tragen, weshalb Tucker mit einem Fieldgoal auf 0:10 erhöhte. Darauf folgte ein Punt der Rams und die Ravens waren abermals im Ballbesitz. Diesmal konnte die Rams Defense aber für ihren ersten Turnover sorgen, Jordan Fuller fing einen tiefen Pass von Tyler Huntley auf Marquise Brown ab und konnte diesen 34 Yards zurücktragen. Nach einem 11 Yard Run fand Stafford Cooper Kupp, welcher den Ball in die Endzone trug und den 7:10-Zwischenstand bedeutete. Die Ravens kamen kurz vor knapp noch zu einem Field Goal und das Game ging mit 7:13 in die Halbzeit.

Zweite Halbzeit: In der zweiten Hälfte erhielten die Rams den Ball und legten direkt furios los. Mit einigen starken Plays, darunter ein 35 Yard Pass zu Van Jefferson, konnte man bis an die 11 Yard Line der gegnerischen Hälfte vorrücken und war in exzellenter Position, einen Score zu erziehlen. Leider sorgte Stafford beim nächsten Snap für einen weiteren Turnover: Bei 1st&10 wurde er von Tyus Bowser gesacked und konnte das Ei nicht beschützen, wodurch die Ravens wieder in Ballbesitz waren. Im darauffolgenden Drive konnten die Ravens abermals ein Field Goal erzielen, um die Führung auf 7:16 auszubauen. Nach Three and Outs auf beiden Seiten konnten die Rams wieder über das Feld marschieren, wo schlussendlich Sony Michel aus einem Yard in die Endzone lief, und die Rams auf 2 Punkte heranführte. Die Ravens antworteten prompt: Mit dem ersten Play, im folgenden Drive, konnte Devonta Freeman direkt 32 Yards erzielen. Nach einigen weiteren kurzen Pässen und Läufen klopften die Ravens an der Rams Endzone an und hatten nur noch 5 Yards zu gehen. Nach einem First Down Lauf für zwei Yards war der Touchdown zum Greifen nahe, allerdings konnte Taylor Rapp im Second Down ein Tackle for Loss an RB Latavius Murray setzen, woraufhin Baltimore bei 3rd&4 stand. Aufgrund einer Delay of Game Strafe ging es weitere 5 Yards zurück, woraufhin man nun neun Yards zu gehen hatte. Im darauffolgenden Pass Play konnten Floyd und Donald QB Tyler Huntley zu Fall bringen, woraufhin die Ravens ein Field Goal zum 14:19 Zwischenstand erzielen mussten, um überhaupt noch Punkte aus dem Drive mitzunehmen. Nun ging es für die Offense um Matthew Stafford darum, mit 3 Minuten verbleibend, die Rams zum Sieg zu führen. Man marschierte zunächst problemlos über das Feld, jedoch drohte der Drive an der 8-Yard-Linie der Ravens zu scheitern: Sony Michel wurde bei 3rd&1 für Raumverlust getackled, woraufhin beim vierten Versuch noch 5 Yards zu gehen waren. Allerdings konnte OBJ mit einem spektakulären Catch die nötigen Yards erfangen, um so für ein neues First Down zu sorgen. Bei nur noch 7 Yards bis zur Goal Line fand Stafford erneut OBJ, welcher den Ball über den Pylon trug und für die erste Führung der Rams sorgte. Die anschließende Two Point Conversion der Rams schlug fehl. Nun galt es für die Defense, die Führung zu halten und die Ravens nicht in FG Range kommen zu lassen. Nachdem die Ravens ein First Down erzielten, konnte Von Miller zeigen, dass der die Draftpicks durchaus wert war: Sein zweiter Sack im Spiel beförderte die Ravens 8 Yards zurück, woraufhin diese den Ball spiken mussten, um die Uhr anzuhalten. Mit nur drei Sekunden auf der Uhr hatten die Ravens nur noch ein Play, um die Endzone zu finden. Nachdem Aaron Donald allerdings Marquise Brown beim verzweifelten Shovel Pass-Play der Ravens den Ball wegschlagen konnte, lief die Uhr auf 0:00 und die Rams hatten denkbar knapp gewonnen.

Was lief gut?

Auf der offensiven Seite des Balles konnte Cooper Kupp abermals Akzente setzen. Zwar konnte er die 100 Yard Marke nicht brechen, allerdings brach er den Single-Season Receiving Rekord der Rams, welcher damals von Isaac Bruce aufgestellt wurde. OBJ konnte zwar nicht viele Yards sammeln, sorgte aber mit zwei entscheidenden Catches kurz vor Schluss für die Rams-Führung. Das Laufspiel war ebenfalls ordentlich, Sony Michel lief für 74 Yards und einem Touchdown. Die O-Line konnte im Pass-Blocking überzeugen und ließ nur einen Sack sowie 6 Pressures auf Stafford zu.

Die Rams Defense konnte abermals brillieren und festigt sich von Spiel zu Spiel. Trotz drei Turnovern der Offense ließ man nur 12 Punkte zu, wovon 6 Punkte nach Turnovern kamen. Insbesondere D-Line und Edge-Rush wussten zu überzeugen. Die Unit um Aaron Donald konnte QB Tyler Huntley insgesamt fünfmal sacken und sammelte sieben Tackles for Loss. Besonders hervorzugeben ist hier Von Miller, der zwei Sacks besteuerte, der zweite hatte am Ende für die Vorentscheidung gesorgt. Ein erneut starker Auftritt, welcher die Rams in Ihrer aggressiven Vorgehensweise, Star Power um Aaron Donald zu versammeln, bestätigte. Aber auch die Secondary konnte überzeugen: Man ließ nur ein Passing-Play über 20 Yards zu und konnte sonst die Offense der Ravens auf kurze Pässe limitieren. Insgesamt konnte Huntley nur für 197 Yards mit einem Durchschnitt von 6.2 Yards pro Play werfen.


Was lief schlecht?

Negativhighlight des Spiels war definitiv Matthew Stafford. Zwar konnte er mit einigen Big-Plays die Rams schlussendlich zum Sieg führen, abermals sorgte QB1 aber für drei Turnover, welche um ein Haar spielentscheidend geworden wären. Der Pick 6 war bereits der vierte dieses Jahr, kein anderer Spielmacher warf so viele. Insbesondere die zweite Interception war haarsträubend, da Stafford mit dem Deep-Shot auf OBJ unnötiges Risiko einging und underneath eine Option für ein First-Down hatte. Das sind Fehler, die einem Veteran wie Stafford einfach nicht passieren dürfen und in einem Playoff-Run spielentscheidend werden können.
Zudem hatte die O-Line Probleme im Run-Blocking, 57 von 74 Yards von Sony Michel kamen After Contact.

Wer defensiv das Haar in der Suppe suchen will, könnte sich auf die Run-Defense einschießen: Die Ravens konnten insgesamt für 165 Yards rushen, mit einem Average von 5.2 Yard pro Lauf.

Man of the Match

Der Man of the Match Award geht für uns an Von Miller, der mit 5 Tackles (3 für Loss) und zwei Sacks einen maßgeblichen Beitrag zum Sieg geleistet hat.

Play of the Game

Ist der Grab von OBJ fürs First Down bei 4&5.

Fazit

Durch den Sieg haben die Rams aktuell den zweiten Platz der NFC inne und gehen mit besten Vorraussetzungen in das letzte Spiel der Regular Season. Trotz der 5 Siege in Folge muss man sagen, dass Stafford in den letzten Partien nicht gut war. In den Playoffs benötigt es eine klare Leistungssteigerung von ihm, da sonst ein frühes Aus drohen könnte. Die Rams haben einen starken Kader und sind auf beiden Seiten des Balles mit Talent gespickt, ein Stafford in Top-Form kann das Team ganz nach oben führen, nur muss er diese Leistungen wieder konstant abrufen. Am Sonntag empfangen die Rams die 49ers im heimischen SoFi Stadium.