WEEK 13
05.12.21
@
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Jaguars @ Rams: Der erwartet klare Heimsieg

Es ist geschafft. Die Niederlagenserie von drei Spielen in Folge ist beendet. Im Spiel gegen die schwachen Jacksonville Jaguars war jedoch nicht alles Gold, was glänzt. Gerade in der ersten Hälfte stockte der Motor zum Teil noch ordentlich.

Spielverlauf

Die Partie im heimischen SoFi-Stadium verlief dabei sehr stark. Brandon Powell, der erst für das Spiel vom Practice Squad aktiviert wurde, trug den Kickoff mal eben für 65 Yards zurück. Damit sorgte er für den längsten Kickoff Return der Rams in dieser Saison. Die gute Feldposition konnte die Offense in die ersten Punkte ummünzen. Matt Gay verwandelte ein 40-Yard-Field-Goal zur 3:0-Führung. Kurze Zeit später stand dann wieder ein Rams-Spieler in Fokus. Aaron Donald schlug Jaguars Running Back James Robinson den Ball aus der Hand. Jalen Ramsey recoverte ihn und sorgte so für den Ballgewinn. Diesen Turnover nutzte dann Running Back Sony Michel, um aus fünf Yards Entfernung den ersten Touchdown der Partie zu erzielen.
Nach je einem Punt auf beiden Seiten starteten die Jaguars ihren längsten Drive der Partie. In knapp sechseinhalb Minuten gingen sie 73 Yards über das Feld. Für den Schlusspunkt sorgte Carlos Hyde, der aus kürzester Distanz in die Endzone lief. Während der neutrale Fan nun auf etwas Spannung hoffte, legten die Rams in ihrem Drive nach. Nach einem Big Play von Rookie Ben Skowronek stand die Offense bereits wieder in der gegnerischen Hälfte. Dort stotterte der Motor dann jedoch wieder, sodass erneut Gay aufs Feld kam. Seinen Schuss aus 44 Yards verwandelte er Mitte des zweiten Viertels sicher zum 13:7 für sein Team.
Kurz vor der Halbzeitpause erhöhten die Rams ihre Führung erneut. In einem guten 2-Minute-Drill kam sie in die Redzone der Jaguars, scheitern jedoch erneut beim Versuch, einen Touchdown zu erzielen. So kam wieder einmal die Field-Goal-Unit aufs Feld und Gay erzielte aus 37 Yards sein drittes Field Goal des Tages.
Zu Beginn der zweiten Hälften drückten die Hausherren dann wieder mehr aufs Gas. Nach einem erneuten 3&Out der Jaguars, dem dritten in Folge, wenn man die 20 Sekunden vor der Pause wegrechnet, lief es dann sehr schnell. Mit vier Plays gelangen 85 Yards. Der Grund: Cooper Kupp. Er war in der ersten Halbzeit noch blass, doch das änderte sich schlagartig in der zweiten Hälfte. Erst sorgte er nach Pass von Matthew Stafford für 45 Yards Raumgewinn. Zwei Plays später erzielte er aus 29 Yards Entfernung den zweiten Touchdown der Partie.
Die Jaguars kamen im folgenden Drive zwar erstmal seit dem eigenen Touchdown wieder in die gegnerische Hälfte, doch ihr Ausspielen bei 4th&1 an der 37-Yard-Linie scheiterte. Stattdessen marschierten die Gastgeber wieder das Feld herunter. Im zehnten Play des Drives fing Van Jefferson dann einen kurzen Pass von Stafford und lief als dritter Rams-Spieler in die gegnerische Endzone. Wenig später gelang der Defense der zweite Ballgewinn. A'Shawn Robinson schlug Hyde den Ball aus der Hand und Taylor Rapp sammelte ihn ein. Wie schon nach dem ersten Turnover mussten die Jaguars erneut einen Touchdown hinnehmen. Odell Beckham Jr. fing zu Beginn des vierten Viertels den vierten TD des Tages und seinen zweiten im Rams-Jersey. Im Anschluss plätscherte die Begegnung vor sich hin, da sie mit 37:7 bereits entschieden war.

Was lief gut?

Die zweite Halbzeit sollte allen Rams-Verantwortlichen und -Fans Hoffnung geben. Die Offense hat scheinbar ihren Rhythmus wieder gefunden, denn Sean McVay setzte wieder mehr auf Play Action. Diese Unterstützung wusste Stafford zu nutzen: Bei 13 Dropbacks brachte er 83,3% seiner Pässe an und hatte ein Passer Rating von 113,4. Allgemein sah Stafford um einiges besser aus als in den vergangenen Wochen. Zwar hatte er in der ersten Halbzeit immer wieder einige Ungenauigkeiten vorbei, dennoch gibt die Performance Hoffnung, dass er sich wieder gefangen hat.

Einen guten Eindruck hinterließ auch Sony Michel, der seine beste Saisonleistung an den Tag legte. Ihm gelangen 121 Yards und ein Touchdown bei 24 Carries. Er profitierte dabei wie Stafford von einer starken Performance der Offensive Line, die mal wieder einen absoluten Sahnetag erwischte. Der einzige Wehrmutstropfen ist jedoch der Ausfall von Center Brian Allen, der direkt nach dem ersten Play mit einer Knöchelverletzung das Feld verlassen musste. Sein Ersatz Coleman Shelton machte seinen Job aber sehr ordentlich. Einen sehr guten Tag erwischte auch Donald. Ihm gelangen sieben Pressures und 1,5 Sacks. Insgesamt gewann er 35,3% seiner Pass-Rush-Duelle - sein Höchstwert seit Woche 1. Unerwähnt soll auch nicht die Leistung von Kupp bleiben. Schließlich fing er acht Bälle für 129 Yards und ein Touchdown. Zudem ist er jetzt der dritte Rams-Receiver mit 100 oder mehr Catches in einer Saison. Auf den Führenden Isaac Bruce fehlen ihm noch 19 Catches. Auch ein historischer Rekord wackelt: Zusammen mit Elroy "Crazy Legs" Hirsch - dessen eigentlich zurückgezogene Trikotnummer 40 LB Von Miller mit Zustimmung von Hirschs Familie wieder aus dem Trophäenschrank der Rams holen durfte - ist Kupp nun der einzige Spieler der Rams, der in acht aufeinanderfolgenden Spielen mehr als 90 Yards aus gefangenen Pässen erzielen konnte. Darüber hinaus hat er schon jetzt mit 11 gefangenen TDs eine Saisonbestleistung aufgestellt. Kupp ist richtig on fire!

Was lief schlecht?

Bei einem Sieg mit 30 Punkten Unterschied gibt es nicht viel, was schief lief. Einzig die Cornerbacks Darious Williams und Dont'e Deayon haben in der Passverteidigung wieder Probleme gehabt. Besonders bei Williams stellt sich mehr und mehr die Frage, ob er nach der Saison einen Anschlussvertrag in Los Angeles bekommt. Ein Shutdown-Corner ist er in diesem Jahr bei Weitem nicht und das macht ihn gerade gegen schwere Gegner zum Risikofaktor.

Man of the Match

Diesen Award haben sich eigentlich einige Spieler aufgrund ihrer guten Leistungen verdient. Die Entscheidung fällt aber auf Running Back Sony Michel. Er erzielte 5 Yards pro Carry und war eine wichtige Stützte in der Offense. Seine Runs haben die Big Plays erst ermöglicht, da die Jaguars Michel nicht außer Acht lassen durften. Hoffentlich kann er dieses Selbstvertrauen auch in den kommenden Wochen gegen schwerere Gegner wiederholen.

Fazit und Ausblick

So wichtig dieser Sieg auch war, man sollte ihn nicht überbewerten. Schließlich hat man "nur" eines der schlechtesten Teams der NFL besiegt. Dennoch sollte gerade in der zweiten Halbzeit klar geworden sein, dass in der Offense vermehrt Play-Action-Spielzüge eingebaut werden sollten. Stafford sah bei diesen Plays sehr gut aus, auch wenn es nur schwacher Gegner war.
Wie stabil die Offense ist, wird sich im Sunday Night Game gegen die Arizona Cardinals beweisen. Dieser Aufgabe wird beweisen, ob dieser Sieg nur ein kurzer Ausflug zurück zu alter Stärke war.