NFL Draft 2021 Recap

Der NFL-Draft 2021 steht in den Geschichtsbüchern. Nachdem die Rams mit ursprünglich 6 Picks in den Draft gegangen sind, konnte man durch diverse Trades das Draftkapital erhöhen, womit schlussendlich 9 vielversprende Prospects die Los Angeles Rams verstärken:

  • Runde 2, Pick 57: WR Tutu Atwell, 5-9, 155, Louisville

  • Runde 3, Pick 103: LB Ernest Jones, 6-3, 230 South Carolina

  • Runde 4, Pick 117: DT Bobby Brown III, 6-4, 320, Texas A&M

  • Runde 4, Pick 130: CB Robert Rochell, 6-0, 191, Central Arkansas

  • Runde 4, Pick 141: WR/TE Jacob Harris, 6-5, 219, University of Central Florida

  • Runde 5, Pick 157: DT Earnest Brown IV 6-5, 270, Northwestern

  • Runde 7, Pick 233: RB Jake Funk, 5-10, 205, Maryland

  • Runde 7, Pick 249: WR Ben Skowronek, 6-3, 220, Notre Dame

  • Runde 7, Pick 252: DE Chris Garrett, 6-4, 241, Concordia-St. Paul

Mit dem ersten Pick sorgte das Front-Office direkt für die erste Überraschung: Die Rams picken mit Tutu Atwell einen Wide Receiver. Atwell bringt unglaublichen Speed und Explosivität in die Rams Offense: Mit seinen 4.27s im 40-Yard Dash gehört er defintiv zu den schnellsten Spielern des diesjährigen Drafts und wird Matthew Stafford als tiefe Anspielstation dienen können. Allerdings wirken seine Routen noch ein wenig roh, durch sein geringes Gewicht werden diese außerdem öfters von Gegenspielern unterbrochen. Daher wid Tutu wohl in der Off-Season die ein oder andere Extraschicht im Kraftraum verbringen müssen, um in der NFL zu bestehen.

Dass die Rams einen Reciever für das Deep-Passing Game draften werden war wohl klar, der Pick kam jedoch ein wenig früh, da Atwell wohl auch noch in Runde 3 verfügbar gewesen wäre. Dennoch erhält Headcoach Sean McVay eine echte Waffe, welcher er sicherlich gut einzusetzen weiß.

Als nächstes hätten die Rams eigentlich an Stelle 88 gepickt, allerdings entschied man sich, den Pick mit unseren Rivalen aus San Francisco zu traden, wodurch im Gegenzug zwei Picks in der vierten Runde nach Los Angeles geschickt wurden. Die Ausbeute wirkt ein wenig mager, da die 49ers noch einen späten Drittrundenpick hatten, welchen man hätte bekommen können

Mit dem 103ten Pick wurde das Linebacker Corp in Angriff genommen. Durch Ernest Jones verstärken die Rams eine sehr dünn-besetzte Gruppe. Der Pick ist nachvollziehbar, da viele der Linebacker, die aktuell im Roster sind, zur 2022er Saison Free-Agent werden. Mit Jones bekommen die Rams einen starken Tackler, welcher einen hohen Football-IQ und vorallem den Lauf gut verteidigen kann. Da ihm allerdings ein wenig "Quickness" in seinen Bewegungen fehlt, wird er in Pass-Coverage limitiert sein

Der 117te Pick wurde dazu genutzt die D-Line zu verstärken: Mit Bobby Brown wurde die Line um einen weiteren Defensive Tackle ergänzt. Nach den Abgängen von Brockers und Fox war hier ebenfalls Verstärkung nötig, daher ist der Pick sehr sinnvoll. Brown ist ein starker Athlet, welcher zwar im College überwiegend als NT gespielt hat, aber durch seine Athletik auch als 3 oder 5 Technique eingesetzt werden kann. Er spielt vor allem stark gegen den Lauf, wirkt im Pass-Rush allerdings noch ein wenig roh. Durch sein athletisches Potenzial kann er, sofern seine Pass-Rush Moves verbessert werden, dennoch für gegnerische QBs gefährlich werden.

Nach einem weiteren Trade mit den Jacksonville Jaguars, wählte man als nächstes CB Robert Rochell. Nach dem Abgang von Troy Hill war auf Cornerback definitiv ein Need, daher ist es nachvollziehbar, dass die Secondary im Laufe des Drafts adressiert wurde. Rochell ist zwar noch sehr roh und spielte in einer vergleichsweise schwächeren College-Division, besitzt allerdings enormes athletisches Potenzial, welches ihn in der NFL weit bringen könnte. Zudem ist er ein echter Ball-Hawk und konnte im College bereits 12 interceptions fangen. David Long bekommt hier echte Konkurrenz als CB3, denn mit dem richtigen Coaching und etwas Zeit zum lernen könnte Rochell eine große NFL-Karriere bevorstehen.

Durch den 141ten Pick wurde wieder die offensive Seite des Balles adressiert. Les Snead entschied sich für WR/TE-Hybrid Jacob Harris, welcher in der kommenden Saison Matthew Stafford als zusätzliche Anspielstation dienen soll. Harris besitzt ebenfalls enormes athletisches Potenzial: Trotz seiner Größe von 6'5(195cm) lief er den 40YD-Dash in 4.40 und kann daher als weiteres Deep-Thread für die Offense fungieren. Zudem kann er im Special Team eingesetzt werden. Der ehemalige Fußballspieler kommt in seiner College Karriere auf 20.1YD pro Reception. Harris ist, ähnlich wie Rochell, noch ziemlich roh und benötigt sicherlich Zeit an der Sideline um sich an die NFL zu gewöhnen.

Mit dem letzten Fünftrundenpick an 174 wurde DE Earnest Brown IV gedrafted. Dieser spielte im College als 4-3 Defensive End und könnte bei uns sowohl als DE, als auch als OLB zum Einsatz kommen. Mit ihm erhält DC Raheem Morris einen weiteren, flexiblen Athleten, welcher weitere Tiefe in die D-Line bringt.

In der siebten Runde wurde an Stelle 232 der RB Jake Funk gepickt. Funk ist ein kleiner, athletischer Back, welcher allerdings schon zwei schwerwiegende Verletzungen erlitten hat. Nach dem Abgang von Malcolm Brown war abzusehen, dass die Rams in einer späteren Runde einen Back ziehen, allerdings hätte man eher mit einem "Power-Back" gerechnet, welcher in Short-Yardage und Goal Line Situationen zum Einsatz kommt. Der Runningback aus Maryland wird mit Xavier Jones um den RB3 Spot kämpfen und sich über die Special-Teams beweisen müssen, um es ins finale Roster zu schaffen.

An 249 hat man WR Ben Skowronek gepickt. Skowronek ist ein Reciever mit sicheren Händen, welchem es aber in Speed und Burst fehlt. Der Pick ist ein wenig sonderbar, da man im früheren Runden schon zwei Wide Receiver verpflichtet hat. Für ihn gilt es auch, sich in den Special Teams zu beweisen, die Rams sind nämlich auf der Receiver Position gut besetzt.

Kompletiert wird die Draft-Klasse mit OLB Chris Garrett. Der Pass-Rusher hat in der Concordia University gespielt, also in einem Division II Programm. Dort war er allerdings enorm produktiv: Er kam in der 2019er Saison auf 14 Sacks und 20.5 tackles. Zudem besitzt er auch ein hohes athletisches Potenzial. Sofern sich Garrett an die NFL gewöhnen kann, wird dieser sicherlich ein interessantes Prospect in der Pass-Rush Rotation.

Fazit

Natürlich kann man einen Tag nach dem Draft kein endgültiges Fazit ziehen, da man nie weiß, wie sich die Spieler tatsächlich in der NFL schlagen. Dennoch haben die Rams einige interessante Prospects verpflichtet, welche auf jeden Fall Lücken im Roster füllen werden. Da man in den neuen QB1 viel Kapital investiert hat, war eines der Ziele im Draft, ihm bestmögliche Umstände zu verschaffen. Mit Harris und Atwell bekommt Stafford zwei Waffen, welche das Tiefe Passing Game der Rams wieder stärker öffnen können, nachdem dies in der 2020er Saison eine klare Schwäche war. Zudem erhält der neue DC Raheem Morris einige Talente, die die Nr.1 Defense der letzten Saison zusätzlich verstärken können. Ebenfalls können einige Picks im Special Team aushelfen. Atwell könnte als neuer Punt/Kick Returner fungieren um mit den Returns wieder mehr Schaden anrichten zu können,

Einer der Hauptkritikpunkte des Drafts ist allerdings, dass die O-Line nicht adressiert wurde. Nach dem Abgang von Starting C Austin Blythe herrscht gerade in der iOL eine Lücke. Hier hätte Snead interessante Prospects wie Drew Dalman oder Quinn Meinerz picken können, allerdings entschied man sich bewusst dagegen, Draftkapital in die Line zu investieren. Laut Aussagen von McVay vertraut man hier allerdings in die Lineman, die bisher im Kader sind. Daher bleibt zu hoffen, dass die Rams von Verletzungen auf dieser Position verschont bleiben, da dies sonst ein echter Season-Killer werden könnte.